Bunte Julibirne
Familie der Butterbirnen
Die abgebildeten Früchte stammen aus dem Garten Zapletal, Wien, An der alten Donau.
Geschichte: Die Sorte wurde von dem Baumschulenbesitzer Boisbunnel in Rouen,
Frankreich, gezogen und 1857 in den Handel gebracht. Er nannte sie Colorée de Juillet,
während Lauche, der sie zuerst deutsch beschrieben hat, sie Julischönheit nannte, welcher
Name sich aber nicht eingebürgert hat. Doch Oberdieck beschrieb sie bereits ebenfalls als Bunte
Julibirne. Sie ist heute ziemlich bekannt und verbreitet.
Beschreibung: Frucht mittelgroß, etwa 63 Millimeter hoch und 62 Millimeter breit,
stumpf-kugelförmig, Bauch dem Kelch genähert, stielwärts schwach eingezogen und am Stiel
abgestumpft. Kelch groß, weit offen, Blättchen klein, zurückgeschlagen, Einsenkung weit, flach,
von Falten umgeben, die oft einen rötlichen Anflug haben. Stiel kurz, dick, mit stark
hervortretenden Auswüchsen, Sortenmerkmal, in flacher Vertiefung oder fast obenauf sitzend.
Schale fein, glatt, erst grünlich-gelb, später lebhaft gelb, sonnenseits meist streifig gerötet,
welche Streifen jahrgangsweise undeutlich werden und in rote Flecke zusammenlaufen, die aber
selten so lebhaft sind wie auf dem Bild. Kleine Rostfiguren finden sich auf den meisten Früchten,
besonders um den Stiel. Fleisch weißlich, halbschmelzend, saftreich, schwach gewürzt,
süßweinig. Kernhaus schwach hohlachsig. Fächer geräumig, lang zugespitzte Samen
enthaltend. Das Kernhaus ist durch dicke Körnchen deutlich abgegrenzt.
Befruchtungsverhältnisse: Guter Pollenbildner. Die Blüte erscheint mittelfrüh und
dauert lang.
Reifezeit: Ende Juli bis Anfang August. Als erste größere Frühbirne besitzt sie
bedeutenden Handelswert, auch ihr Geschmack ist recht gut, falls sie nicht zu spät gepflückt
wird. Sie ist sturmfest, wenn der Baum in nicht zu leichtem Boden steht. Für den Eigenbedarf
ebenso wertvoll wie für den Markt.
Eigenschaften des Baumes: Dieser wächst mittelstark und bildet eine hochgehende,
wenig verzweigte Krone. Die Tragbarkeit beginnt sehr früh, meist schon in der Baumschule. Ist
für alle Formen geeignet, vom Hochstamm bis zur kleinsten Zwergform, gedeiht auf Quitte, ist
darauf aber nur kurzlebig; für alle größeren Formen wähle man den Wildling als Unterlage. Geht
als Spalier noch an nördlichen Wänden, wächst am besten auf Lehmboden mit genügender
Feuchtigkeit. Man soll ihr einen warmen und geschützten Standort zuweisen. Schnitt der Leitäste
und des Fruchtholzes kurz.
Typ: Sommerbirne
Herkunft: Frankreich, alte Sorte
Genussreife: Ende Juli, Anfang August
Frucht: mittelgroß, stumpf kegelförmig, gelb, sonnenseits rot
Geschmack: schmelzend, sehr saftig, weinwürzig, süß mit feiner Säure
Wuchs: mittelstark, Kronenform spitzpyramidal
Standort: tiefgründig, warm, nährstoffreich, ausreichend feucht, bis in geschützte, mittlere Höhenlagen
Bot. Name: Pyrus com.'Bunte Julibirne' CAC
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